ein maetsches bricht auf, die welt zu entdecken. nur mit dem spanisch sprechen, da haperts noch.
Friday, October 7, 2011
Karibik, Aufruhr, Widerstand: Das ist Cartagena
Hallo ihr Lieben,
hier bin ich schon wieder. Puenktlich zum Wochenende und heute aus.... Cartagena de Indias, wo ich Dienstagvormittag nach 14-stuendiger Busfahrt mit schmerzenden Knien (Menschen ueber 1,80m muessen hier beim Komfort im Bus eben Abstriche machen), aber doch wohlbehalten und quietschvergnuegt angekommen bin.
Dieses Lied laueft jetzt schon zum dritten Mal, seitdem ich schreibe, also lasst es beim Lesen im Hintergrund laufen und fuehlt euch wie ich:
Die Fahrtzeit nach Cartagena wird in der Regel nicht durch die Verkehrssituation bestimmt, sondern durch die Anzahl und die Intensitaet der Polizeikontrollen. Bei uns gab es nur eine. Meinen Ausweis wollte señor policia auch gar nicht sehen, der Kofferraum wurde ebenfalls nicht gecheckt. Somit ist señor policia auch das lebendige Huehnchen entgangen, das die Fahrt im Kofferraum unbeschadet(?) ueberstanden hat, untenrum in einen Getreidesack eingewickelt. Bei der Fahrt ins Zentrum von Cartagena fuhr vor meinem Taxi ein Pickup, mit eben jenem Huehnchen auf der Ladeflaeche, gesichert durch ein grosses Netz. Seine Fluchtversuche waren daher leider erfolglos und ueber das Schicksal des señor pollo ist mir weiter nichts bekannt. (Erst heute hab ich ueber die zunehmende Personalisierung in der Berichterstattung gelesen und jetzt mach ichs auch noch selbst! Siehe hier: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35632/1.html)
Torre del Reloj - Uhrenturm. Hier wurden frueher die Sklaven durchgebracht...
...und dann auf diesem Platz, auf dem gerade getanzt wird, feilgeboten
Die Altstadt - das Centro Historico - ist huebsch
Aber auch hier gibts die beliebten Stolperfallen fuer Touristen
Das Castillo San Felipe de Barajas war die ultimative Verteidigungsanlage im Suedamerika der Kolonialzeit
...denn sie konnte besser peng peng als jede andere
Blick von eben jenem Castillo mit Stadtteil Bocagrande im Hintergrund mit karibischem Meer dahinter
Graffiti im deutschen Zentrum in Cartagena
In Cartagena hat es tagsueber ungefaehr 35 Grad Celsius und nachts wirds gefuehlt auch nicht kuehler. Immerhin: die Klimaanlage in den Hostelzimmern verschafft empfindlichen Gringos ein bisschen Linderung.
Señor perro leidet regeungslos, scheint keine Klimaanlage zu haben
Dafuer braucht man auch keine Heizungen, denn das liebe Wetter bleibt ja, Tag ein, Tag aus, das ganze Jahr ueber gleich. Fuer den Smalltalk in Deutschland waere das natuerlich vernichtend. Ueber was sollte man sich denn noch unterhalten mit Leuten, mit denen mensch eigentlich gar nicht sprechen will, wenn nicht ueber das Wetter? In Kolumbien, so scheints mir, wird immer geredet, auch wenn ich nichts verstehe, sobald mehr als eine Person spricht. Dann laechle ich nett und sage "sì, sì", sobald mich jemensch anspricht. Musik laueft auch immer (entweder Reggaeton oder Salsa oder Merengue) und auch wenn die Musik so laut ist, dass mensch rein gar nichts mehr verstehen kann, wird trotzdem geredet. Jetzt aber zurueck zu meinem Lieblingssmalltalkthema - dem Wetter: Mit Abtrocknen nach dem Duschen ist wie ohne Abtrocknen nach dem Duschen, denn mensch faengt nach dem Abtrocknen sofort wieder an zu schwitzen, was das Auftragen der Sonnencreme nicht unbedingt erleichtert. Die gute Sonnencreme vom deutschen Drogeriemarkt scheint trotzdem zu wirken. Das englische Paerchen hinter mir hatte nicht so viel Glueck und sowohl bei ihr als auch bei ihm sind alle sichtbaren Stellen der Haut (Stirn, Nase, Wangen, Hals, Dekolletee oder wie man das schreibt, Schultern, Arme) ungesund geroetet, was sie nicht davon abhaelt, weiter auf ihrem iPad rumzuhacken.
Warum schreib ich eigentlich englisches Paerchen, obwohl ich gar nicht weiss, woher das Paerchen ist? ;-)
Beim, aehm, shoppen gefunden. Traegt man das jetzt so?
Couchsurferin Andrea, die ich hier gestern getroffen hab, hat aus gegebenem Anlass einen kleinen Ausflug zur Universidad de Cartagena mit mir unternommen. Die ist naemlich gerade besetzt, von StudentInnen, die rote und bunte Fahnen in die Luft strecken und dazu Dinge skandieren, die ich bis auf eine Ausnahme ("Somos estudiantes!" - Wir sind die Studenten) nicht verstehe. Ein kleiner Eindruck und die Erklaerung von Andrea, die Deutsch spricht, in bewegten Bildern:
Versteht mensch, was sie erklaert? Hab hier keinen Ton am Rechner (oder vielleicht hab ich doch Ton, aber er wird von der Musik, die hier laueft uebertoent?). Das mit der Hochschulbildung funktioniert in Kolumbien so: Wenn deine Eltern viel Geld haben, ist es egal, wie gut du in der Schule bist, denn dann kann mensch sich einfach einen Studienplatz an einer privaten Universitaet kaufen. Die ueberwaeltigende Mehrheit der Unis sind privat und haben, was die Qualitaet der Lehre angeht einen eher schlechten Ruf. Viel Auswendiglernen und wiedergeben, wenig Reflexion, Hauptsache Uni-Abschluss in der Tasche. An die oeffentlichen Unis kommen nur die Besten, die Kraeaem der Kraeaem, wie meine ehemalige Bio-Lehrerin sagen wuerde. Und hier, so kommts mir zumindest vor, findet sich dann auch eher die politisierte Studentenschaft (wie man auch an obigem Video sieht), aber das sind alles nur Eindruecke und vielleicht lieg ich damit auch voll daneben. Falls es im Video nicht zu verstehen war: Die Regierung will die oeffentlichen Unis in private umwandeln und das moegen wir natuerlich nicht.
(2) Die Demo laueft
(3) Die Demo ist angekommen
So viel von mir fuer heute. Morgen gehts weiter nach Santa Marta, fast schon eine Kurzstrecke (4 Stunden) im Vergleich zu den bisherigen Busfahrten und darum verabschiede ich mich mit einem grossen Schluck cerveza colombiana:
Salud!
Fuehlt euch gedrueckt, habt ein schoenes Wochenende und schickt mir correros electrònicos von Zuhause!
und vorsicht vor dem song! beim ersten hören muss man sich fast übergeben, aber wenn man es 3 mal gehört hat, bekommt man das scheiß lied nicht mehr aus dem kopf...
Und ich lese auch fleissig mit! Sooooo weit weg bist du ja von uns gar nicht. Hast du nicht Lust zum Ende deiner Reise noch einen Abstecher auf den noerdlichen amerikanischen Kontinent zu machen?
1. Die Karte unten aktualisiert sich hin und wieder von selbst und ich will sie noch irgendwo anders einbauen
ReplyDelete2. Ihr koennt das Blog jetzt auch auf Smartphones angucken, probierts mal aus
3. Die Ehre fuer das Foto von mir ganz oben gebuehrt Charly aus Medellin, die auch ein Blog hat:
http://charlyinkolumbien.blogspot.com/
4. Wer liest hier eigentlich alles mit?
ich
ReplyDeleteich auch ... liebe grüße von miss saorine
ReplyDeleteach ja - ich glaube es lesen bestimmt mehr mit als hier posten würden
ReplyDeleteman kann das musikvideo in deutschland leider nicht anschauen. deshalb hier der alternativlink mit lustigen hupfdohlen:
ReplyDeletehttp://www.youtube.com/watch?v=nh9OTl1vTho&NR=1&feature=fvwp
und vorsicht vor dem song! beim ersten hören muss man sich fast übergeben, aber wenn man es 3 mal gehört hat, bekommt man das scheiß lied nicht mehr aus dem kopf...
Und ich lese auch fleissig mit! Sooooo weit weg bist du ja von uns gar nicht. Hast du nicht Lust zum Ende deiner Reise noch einen Abstecher auf den noerdlichen amerikanischen Kontinent zu machen?
ReplyDeleteLG Die Karin :)
ich auch...heute noch mal solange noch internet :P
ReplyDeleteich, genau wie amlon
ReplyDeleteIch! Andrea... Gute Reise!
ReplyDelete